1.) Wochenrückblick und Ausblick auf Kommendes
Am vergangenen Mittwoch besuchte Dr. Simon Kast-Fuchs, KI Experte der Robert Bosch GmbH, die Waldschule Degerloch. Einen Bericht zu diesem gelungenen Abend können Sie untenstehend lesen. Die Umfrage zum Thema "Gesunder Umgang mit digitalen Medien" für Waldschülerinnen und Waldschüler, Eltern und Lehrkräfte wird in den Osterferien ausgewertet – hier geht unser ganz besonderer Dank an die fleißigen SMV-Schülerinnen und -schüler, die unermüdlich alle Klassen besuchten, um eine möglichst hohe Beteiligung an der Umfrage zu erreichen! Lassen wir uns von dem Ergebnis überraschen!
Und auch heute ist die SMV in ganz besonderer Mission unterwegs: Man munkelt, es sei gelungen, den Osterhasen für die Klassen 1 bis 6 schon vor Ostern an die Waldschule Degerloch einzuladen und aktuell werden eifrig und fröhlich bunte Eier auf dem Spielplatz gesucht.
Die Waldschülerinnen und Waldschüler, die diese Woche in Schottland waren, werden heute zurückerwartet und können mit vielen neuen Erfahrungen im Gepäck in die Ferien starten.
In den Osterferien findet an der Waldschule eine Ferienbetreuung für unsere Grundschulkinder statt. Dabei wird das Thema „Ostern und Spielen“ sein, und es sind verschiedene Angebote und Ausflüge zu Spielplätzen und zu einer Kugelbahn geplant. Wir hoffen auf bestes Wetter für diese Ausflüge!
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2.) Bericht zu „Abends an der Waldschule: KI und Ethik – die helle und die dunkle Seite“
„KI ersetzt kein Urteilsvermögen“ – diese Aussage des Referenten Dr. Simon Kast-Fuchs trifft den Kern seines informativen und sehr kurzweiligen Vortrages. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Abends an der Waldschule“ besuchte Dr. Simon Kast-Fuchs als Referent zu dem Thema des verantwortungsvollen Umgangs mit KI die Waldschule. Dr. Kast-Fuchs, der sich direkt allen als Simon vorstellte, arbeitet als Experte für KI bei Robert Bosch Corporate Reserach und führt in diesem Zusammenhang KI Trainings normalerweise mit einem komplett anderen Publikum im Bereich Ingenieurswesen durch. Der Initiative von Herrn Fricke, der gemeinsam mit unserer Schulleiterin Karin Schneider eine Kooperation zwischen der Robert Bosch GmbH und der Waldschule Degerloch im MINT-Bereich, initiiert hat, haben wir diesen gelungenen Themenabend zu verdanken. Zum Besuch der Forschenden in puncto selbstgesteuertes Fahren beim Forscherclub der Waldschule berichteten wir bereits.
Durch eine vorgeschaltete Abfrage konnte Herr Kast-Fuchs die Zuhörenden genau bei den Themen abholen, die diese vordergründig beschäftigten. Sein Vortrag war, wie es der Titel bereits ahnen lässt, in Risiken und Chancen der Nutzung und des Einsatzes von KI gesplittet. Zunächst einmal griff er dabei die Tatsache auf, dass die von uns genutzten, modernen Sprachmodelle (sogenannte LLM), die eigentliche Revolution darstellen würden und trotz der immensen Fortschritte, die wir in diesem Gebiet gerade erleben, noch immer auch fehlerhaft seien. Ein großes Risiko liege dabei im „Zoo der Sprachmodelle“ im verlockenden Medium Dialog, sodass wir als Nutzende dazu neigen, Chat-Systeme zu vermenschlichen. „Schaltet nicht euer Hirn aus!“, war dabei eine seiner Hauptaussagen. Neben Deepfakes und ihren Folgen zeigte er diese Brisanz auch daran auf, indem er mehrmals verdeutlichte, dass KI-Systeme nicht im menschlichen Sinne, sondern im Sinne von Wahrscheinlichkeiten „verstehen“. Er stellte pointiert heraus, wie wichtig Medienkompetenz und das Bewusstsein des Manipulationspotentials von KI sei. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass Studien alarmierende Folgen aufzeigen: Emotional werden die Chat-Systeme teilweise als vertraute Person gesehen. Dabei betonte er: Vor allem bei der kostenfreien Nutzung solcher Systeme ist man selbst mit seinen Daten das Produkt.
Doch Dr. Kast-Fuchs ging dabei nicht mit erhobenem Zeigefinger vor: Neben den Gefahren, wie der Gefahr der falschen Sicherheit, zeigte er anschaulich die positiven Folgen, die das Nutzen von KI mit sich bringt. So erläuterte er die Wissensdemokratisierung durch diese Systeme und legte anschaulich die positive Wirkung im Bereich Kreativität und Ideenfindung dar. Hier verdeutlichte er, dass in diesen Bereichen ein Austausch ohne Bewertungsdruck oder zahlreiche Perspektivwechsel stattfinden könnten und man sich traue, mit KI Ideen zu teilen, die man gegenüber anderen zunächst einmal nicht ansprechen möchte, da sie eventuell zu gewagt erscheinen könnten. Zudem betonte er, dass es keine unermüdlicheren Nachhilfelehrer gebe als KI: Komplexe Inhalte können hier einfach erklärt werden, KI kann auf geduldigste Weise individuelles Lerncoaching ermöglichen. Dabei sei es wichtig, KI iterativ als Ausgangs- und nicht als Endpunkt in allen Bereichen zu sehen.
Das Fazit seines Vortrages fand sich dann in einem Satz wieder, der nicht ohne Pathos war – wie er selbst mit einem zwinkernden Auge betonte: „Wir werden KI nutzen, das steht außer Frage – wie wir es nutzen, das liegt in unserer Hand“.
Dieser kompetente Gebrauch von KI war in der anschließenden Diskussionsrund dann das zentrale Thema, das in nicht allzu großer Runde abschließend beleuchtet wurde. Frau Schneider betonte nach dem Vortrag die Wichtigkeit dessen, dass die Waldschule hier durch das Schulen aller Lehrkräfte und Mitarbeitenden sowie das Coaching der Lernenden auf einem guten Weg sei, Schülerinnen und Schüler zum kritischen Hinterfragen – nicht zuletzt im Sinne der Demokratiebildung – anzuregen.
Wir bedanken uns herzlich bei dem Referenten für den passgenauen, abwechslungsreichen Vortrag, der weiterhin zum kritischen Nutzen der Systeme anregte. Unser Dank geht natürlich auch an alle Anwesenden, die ihr Interesse an diesem Abend und diesem Thema bekundet haben – KI wird uns weiter beschäftigen!